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Sanddorn, das nordostdeutsche Superfood, ist in Gefahr

Mit Videobotschaft und persönlichen Berichten diskutierten Landwirte mit Staatssekretärin Schilde die Herausforderungen und Chancen des Sanddornanbaus

 

Am 11.9.2019 besuchten Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde ein Projektteam aus Praktikern und Wissenschaftlern, die mit ideenreichen Methoden den Sanddornanbau retten wollen.

 

Ulrike Holz vom LELF zeigt der Staatssekretärin Dr. Schilde einen befallenen Sanddornzweig, Foto: Julia Lidauer, ZALF

 

Nirgendwo sonst in Deutschland wächst Sanddorn auf einer so großen Fläche wie in Brandenburg. Mit derzeit 370 Hektar ist es nach Apfel und Süßkirsche die Obstart mit der drittgrößten Anbaufläche. Aber das massive Auftreten der Sanddornfruchtfliege (Rhagoletis batava HER) bedroht die Flächen und damit auch die Existenz einzelner Betriebe.

 

Die Sanddornbetriebe haben den heutigen Besuch der Staatssekretärin genutzt und die besondere Bedeutung dieser Kultur für Naturschutz, Anpassung an den Klimawandel,  norddeutsche Tradition und die regionale Wertschöpfung hervorgehoben:

 

Mit Dauerkulturen, wie Sanddorn, schaffen wir einen dauerhaften Lebensraum für Insekten, Vögel und viele andere Tiere. Wir fördern damit Biodiversität und leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

 

Diversität im landwirtschaftlichen Anbau ist eine wichtige Absicherung besonders aus Perspektive potenziell steigender negativer Effekte des Klimawandels. Die hohe Anpassungsfähigkeit und Sortendiversität des Sanddorns ist eine zukunftsfähige Anbaualternative.

 

Der Sanddornanbau hat ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in Nordostdeutschland. Tradition und norddeutsche Kultur soll den kommenden Generationen weitergegeben werden, gleichzeitig müssen wir neues Wissen generieren, um den Sanddornanbau zukunftsfähig zu machen.

 

Die aromatische Frucht hat einen großen Vitamin C Anteil und wird zu Saft, Marmelade oder Likör verarbeitet. Das stärkt die regionale Wertschöpfung. Durch eine Erweiterung der Sanddornproduktpalette kann die Nachfrage gesteigert werden und einem Preisverfall entgegen gewirkt werden.

 

Das EIP-Projekt nennt sich „Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege“ kurz MoPlaSa und wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

 

 

Befallener Zweig, Foto: Julia Lidauer ZALF

 

Das Projektteam aus Wissenschaftlern und Praktikern hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Superfood aus dem Nordosten Deutschlands zu retten. Dazu werden umweltschonende Maßnahmen, wie z.B. der Einsatz von und Nematoden und Hühnern als Fressfeinde, Fliegenfallen oder spezielle Bodenabdeckungen getestet, die das Herauskommen der Fliegen aus dem Boden verhindern.

 

>>Pressemitteilung

Informationen zum Projekt >>http://www.agrathaer.de/de/projekt/moplasa-eip-projekt

 

Teaserfoto: Sanddornernte von Benedikt Schnebecke

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