16./17. September 2026
16.09.2026: 09.00-17:15 Uhr
17.09.2026: 09.00-16.00 Uhr
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) / UNESCO-Teilgebiet „Grumsin“
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder“ findet im September 2026 eine Fachveranstaltung in Eberswalde statt. Die Konferenz bringt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Naturschutzverwaltung, Politik und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um die einzigartigen Buchenwaldökosysteme Europas zu diskutieren.
Im Mittelpunkt stehen die globale Bedeutung naturnaher Buchenwälder, aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Monitoring sowie zukünftige Herausforderungen für den Schutz und das Management dieser außergewöhnlichen Waldökosysteme.
Die Veranstaltung verbindet wissenschaftlichen Austausch, interdisziplinäre Diskussionen und praxisnahe Einblicke vor Ort.
Die Veranstaltung
Die zweitägige Veranstaltung verbindet eine wissenschaftliche Fachkonferenz mit einer Exkursion in ein UNESCO-Welterbegebiet.
Tag 1 – Wissenschaftliche Fachkonferenz
Der erste Veranstaltungstag findet an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt. Geplant sind unter anderem:
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Eröffnungsbeiträge zur Bedeutung der UNESCO-Buchenwälder
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wissenschaftliche Impulsvorträge zu aktuellen Forschungsergebnissen
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ein Fachpanel zu Biodiversität, Klimaschutz und Monitoring
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eine moderierte Diskussionsrunde mit Beteiligung des Publikums
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Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Vernetzung
Begleitend werden Informations- und Präsentationsformate zu den verschiedenen Welterbe-Teilgebieten angeboten.
Anfahrt zum Waldcampus der HNEE
Tag 2 – Exkursion in ein UNESCO-Welterbegebiet
Der zweite Veranstaltungstag führt in das UNESCO-Welterbe-Teilgebiet Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Während einer geführten Exkursion erhalten die Teilnehmenden Einblicke in:
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Monitoring- und Forschungsansätze im Welterbegebiet
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ökologische Besonderheiten der Buchenwaldökosysteme
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Managementmaßnahmen und Schutzstrategien
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aktuelle Herausforderungen im Kontext von Klimawandel und Biodiversitätsschutz
Die Exkursion bietet Gelegenheit, die Themen der Fachkonferenz im direkten Landschaftskontext zu vertiefen und zu diskutieren.
Anreise zum Buchenwald Grumsin
Hier können Sie das Programm herunterladen. (PDF, 72 KB)
Zielgruppen
Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Fachpublikum, darunter:
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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Waldökologie, Biodiversitätsforschung und Klimaforschung
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Fachleute aus Naturschutzverwaltung und Schutzgebietsmanagement
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Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und internationalen Organisationen
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Fachverbände und Naturschutzorganisationen
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interessierte Öffentlichkeit mit Bezug zu Wald- und Naturschutzthemen
Organisation
Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit veranstaltet. Die fachliche und organisatorische Vorbereitung erfolgt im Auftrag des Ministeriums durch:
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agrathaer GmbH
Vortragsbeiträge
01Prof. Dr.Pierre Ibisch, HNEE / ECONICS INSTITUTE - Die UNESCO - Weltnaturerbe -Buchenwälder Deutschlands im Wandel
Autoren:
Pierre L. Ibisch (Vortragender und Verantwortlicher)
Yojana Adhikari, Inga Engelhardt, Valentina Garcia
ECONICS INSTITUTE, Chorin
mit Beiträgen von Isabell Szallies, Daniel Johnson und Nils Reinhardt
agrathaer und ECONICS INSTITUTE
(C) Ulrich Wessollek, HNEE
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der deutschen Komponenten der seriellen UNESCO-Weltnaturerbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ wurden diverse Datensätze ausgewertet, um Veränderungen der Waldökosysteme innerhalb und außerhalb der entsprechenden Schutzgebiete zu erfassen und zu bewerten. Es handelt sich um fünf Buchenwaldlandschaften, die seit mindestens 1990 nicht mehr bewirtschaftet werden (Jasmund, Serrahn, Grumsin, Hainich, Kellerwald). Die untersuchten Daten wurden zum Teil von den fünf zuständigen Schutzgebieten bereitgestellt. Außerdem wurden Daten der Bundeswaldinventur und des Deutschen Wetterdienstes sowie vor allem Fernerkundungsdaten verschiedener Satelliten genutzt. Unter anderem ist festzustellen, dass die oberirdischen Biomassevorräte in allen UNESCO-Wäldern während des Messzeitraums zunahmen (jährliche Raten: 2,24 bis 5,18 Mg ha⁻¹ Jahr⁻¹). Das Wachstum in der Umgebung lag bei lediglich -3,50 bis 3,60 Mg ha⁻¹ Jahr⁻¹. Obwohl sich das Biomassewachstum in mehreren Gebieten zwischen 2010/12 und 2020/22 verlangsamte, wiesen drei von fünf Kernzonen der untersuchten UNESCO-Wälder stabile oder steigende Wachstumsraten auf. Die Biomassebestände in den geschützten Wäldern liegen zwischen 267 und 550 Tonnen pro Hektar. Die Höchsttemperaturen stiegen in allen Gebieten deutlich an, während die jährlichen Niederschlagsmengen an fast allen Standorten zurückgingen. Die Schwankungen der mit Hilfe von Satellitendaten ausgewertete Spätsommervegetationsgrünheit spiegeln unter anderem Störungen durch Hitzewellen und Dürren wider. Der Kühleffekt der alten Buchenwälder war bei höherer Strahlung und höheren Temperaturen stärker ausgeprägt. Trotz zunehmender Belastungen durch den Klimawandel stieg die Strahlungsnutzungseffizienz bei zwei Komponenten an und blieb bei drei Komponenten stabil. Ein lineares gemischtes Modell mit zwei Pfaden und fortlaufenden Jahren zeigt, dass der jährliche Niederschlag der dominierende positive Einflussfaktor für die absolute Lichtabsorption war. Die Auswertung der langjährigen Datenreihen ergibt Belege für den Beitrag alter Buchenwälder zum Natürlichen Klimaschutz. Mehr oder weniger alte Buchenwälder sollten deutlich konsequenter geschützt werden, um die Waldgesundheit angesichts des Klimawandels bestmöglich zu stabilisieren und klimatische Puffer in der Landschaft zu schaffen. Die deutschen UNESCO-Buchenwälder fungieren im Kontext der Anpassung an den Klimawandel als relativ kühle Rückzugsgebiete, sind jedoch keineswegs vor dem regionalen Erwärmungstrend geschützt. Ihre zukünftige Pufferkapazität hängt nicht nur vom fortgesetzten Schutz ihrer Kerngebiete ab, sondern auch davon, dass die Wälder der umliegenden Landschaften bezüglich Bewaldung, Konnektivität und ökologischer Funktionstüchtigkeit bestmöglich erhalten bleiben. Das Monitoring der deutschen UNESCO-Buchenwälder sollte in Zukunft noch strategischer ausgerichtet werden und die verschiedenen sozialökologischen und sozioökonomischen Wirkungen der Gebiete belegen. Dies erfordert angemessene Ressourcen in allen betroffenen Bundesländern sowie eine bessere Standardisierung der Ansätze, Indikatoren und Methoden.
02Barbara Engels, Bundesamt für Naturschutz - Der Weg zum UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder in Europa: Rückblick und Ausblick
(C) Ulrich Wessollek, HNEE
Die europäischen Buchenwälder bilden heute eine transnationale Welterbestätte mit 93 Teilgebieten in 18 Ländern und bilden damit eines der größten internationalen Weltnaturberbe-Projekte. Keine Welterbestätte weltweit umfasst mehr Staaten und dient heute als Referenz für Waldnaturschutz, internationale Zusammenarbeit und den Schutz alter Wälder und Wildnis.
Der Weg zur Anerkennung begann in Deutschland Anfang der 2000er-Jahre mit eng mitineinander verbundenen Forschungsvorhaben, Machbarkeitsstudien und politischen Abstimmungsprozessen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die enge Verzahnung von Wissenschaft, Politik und Praxis (entsprechend dem „RIU-Modell“: Research, Integration, Utilization). https://onedrive.live.com/personal/ce63d5143878e52b/_layouts/15/doc.aspx?resid=d7cb98fe-0c9e-40ac-8461-bc2b428558de&cid=ce63d5143878e52b Die Anerkennung der deutschen Buchenwälder im Jahr 2011 gelang erst durch die internationale Zusammenarbeit, insbesondere mit der Ukraine und der Slowakei, und später durch die gesamteuropäische Ausweitung. Dabei verlief die Entwicklung in vier Phasen von der Anerkennung der karpatischen Buchenurwälder als ursprünglicher Welterbekern, über die Einbeziehung deutscher Buchenwälder und schließlich über die große europäische Erweiterung mit zahlreichen weiteren Ländern. Ergebnis eine konsolidierte und professionalisierte Stätte mit einem gemeinsamen Sekretariat und verstärktem Monitoring.
Erfolgsfaktoren waren und sind bis heute wissenschaftlich fundierte Entscheidungen, eine gut funktionierende Mehrebenen-Governance zwischen internationalen, nationalen und regionalen Akteuren, die langfristige Kooperation von Behörden, Forschungseinrichtungen und Schutzgebietsverwaltungen sowie eine zielgruppenorientierte Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.
Damit konnte für die deutschen Welterbegebiete wichtiges erreicht werden, welches ohne die UNESCO-Anerkennung so nicht möglich gewesen wäre: Eine höhere Bekanntheit und Akzeptanz der Schutzgebiete in den Regionen und damit eine verbesserte Umsetzung und Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen. Diese führen zu echten Naturschutzerfolgen: wie positiven Entwicklungen bei Tierarten wie Schwarzstorch und Wildkatze. Der intensive Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Gebieten und die verbesserten Grundlagen für Forschung und Monitoring unterstützen diese Entwicklungen auch langfristig.
Zentrale Herausforderungen sind die Sicherung der Managementqualität, der Umgang mit Klimawandel und Besucherdruck, die mögliche Erweiterung der Welterbestätte durch weitere Gebiete und Staaten, die Stärkung regionaler Wertschöpfung sowie die langfristige Sicherung des europäischen Expertennetzwerks.
Im Fazit stellt die Präsentation die UNESCO-Buchenwälder als ein außergewöhnliches europäisches Naturschutzprojekt dar, dessen Erfolg auf wissenschaftlicher Expertise, internationaler Zusammenarbeit und langfristigem politischem Engagement beruht.
03Zusammenfassung der Diskussion zu den Key Note Vorträgen
[Text folgt]
04Vasyl Pokynchereda, Biosphärenreservat Karpaten, Ukraine - From the Primeval Beech Forests of the Carpathians to a Pan-European UNESCO World Heritage Site

The Carpathian Biosphere Reserve (hereinafter CBR) is one of the oldest and largest terrestrial protected areas in Ukraine. Established in 1968 as a state nature reserve (IUCN Category I), the CBR currently covers an area of approximately 67,000 ha. The reserve holds the status of a UNESCO Biosphere Reserve, encompasses three Ramsar sites (Wetlands of International Importance), is included in the Emerald Network (Bern Convention), and is the only protected area in Ukraine awarded the European Diploma for Protected Areas (1997, 2002, 2007, 2012, and 2022).
The territory of the CBR represents the full altitudinal zonation of the Ukrainian Carpathians—ranging from lowland meadows through forest ecosystems to subalpine and alpine zones—which conditions its exceptional biological and landscape diversity.
The main natural value of the CBR lies in its primeval and old-growth forests covering nearly 30,000 ha, dominated by pure and mixed beech stands. Systematic international research on these unique ecosystems intensified in the late 20th century in collaboration with the Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research (WSL). In 2003, the CBR and WSL co-organized the international scientific conference Natural Forests in the Temperate Zone of Europe: Values and Utilisation. Following a field session to Europe’s largest plot of Fagus sylvatica primeval beech forests, „Uholka–Shyrokyi Luh,“ a recommendation to include this site in the UNESCO World Heritage List was incorporated into the conference resolution.
The implementation of this initiative contributed to the establishment in 2007 of the Ukrainian-Slovak serial transboundary UNESCO World Heritage property „Primeval Beech Forests of the Carpathians.“ In 2011, the property was expanded to include 5 clusters in Germany, and in 2017, it acquired a pan-European status under the title „Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe.“ Currently, the World Heritage property comprises 93 component parts totaling nearly 100,000 ha protected across 18 European countries.
The nomination process continues: a dossier has been prepared for additional component parts (specifically from Serbia and Montenegro). Concurrently, screening of valuable primeval and old-growth forest tracts is being conducted to evaluate their potential for inclusion in the Pan-European property. In Ukraine, these efforts are coordinated by the country office of the Frankfurt Zoological Society.
Specifically, CBR experts are preparing documentation for a major boundary modification of the „Uholka–Shyrokyi Luh“ component part. The expansion of the biosphere reserve’s territory in 2022 to include adjacent primeval and old-growth forest areas provides the foundation for enlarging this component part and optimizing its spatial configuration.
05Jana Baumgartner, Permanentes Sekretariat der UNESCO-Weltnaturerbestätte "Alte Buchenwälder" - Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas
Die serielle UNESCO-Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ umfasst 93 Teilgebiete in 18 Ländern. Sie schützt die letzten bedeutenden Reste natürlicher und urwaldähnlicher Buchenwälder Europas und dokumentiert zugleich die nacheiszeitliche Ausbreitung der Rotbuche.
Das Permanente Sekretariat unterstützt die internationale Zusammenarbeit, die gemeinsame Verwaltung sowie den Wissens- und Informationsaustausch innerhalb der Welterbestätte. Zu seinen zentralen Aufgaben zählen Koordination, Kommunikation, regionale Einbindung, Finanzierung, Kompetenzaufbau, Monitoring und Forschung.
Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind die Harmonisierung von Managementansätzen, die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien für Indikatoren und Monitoring sowie der Umgang mit unterschiedlichen Gebietsgrößen, Nutzungen und Bedrohungen. Forschungsprojekte wie LIFE Prognoses liefern wichtige Grundlagen, etwa zur Erfassung alter Wälder, zu Altwaldindikatoren und zur Bewertung ihrer Ökosystemleistungen.
Kernbotschaften der Präsentation
- Die UNESCO-Welterbestätte „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ umfasst 93 Teilgebiete in 18 Ländern
- Sie bewahrt die letzten bedeutenden Reste natürlicher und urwaldähnlicher Buchenwälder Europas und dokumentiert die natürliche Ausbreitung der Rotbuche nach der letzten Eiszeit.
- Seit der ersten Einschreibung im Jahr 2007 wurde die Welterbestätte mehrfach erweitert und zu einem europaweiten, grenzüberschreitenden Netzwerk ausgebaut.
- Der Schutz dieses seriellen Welterbes erfordert eine enge, langfristige Zusammenarbeit aller beteiligten Staaten und Teilgebiete.
- Das Permanente Sekretariat unterstützt das gemeinsame Management durch Koordination, administrative und fachliche Betreuung sowie den Austausch mit der UNESCO und den beratenden Organisationen.
- Zentrale Aufgaben sind Koordination, Kommunikation, regionale Einbindung, Finanzierung, Kompetenzaufbau sowie Monitoring und Forschung.
- Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt ist die Entwicklung eines gemeinsamen Leitfadens für Indikatoren und Monitoring.
- Die Harmonisierung der Managementansätze ist anspruchsvoll, da sich die Teilgebiete in Größe, räumlicher Struktur, Bedrohungen und Nutzungen im Umfeld stark unterscheiden.
- Gemeinsame Zielsetzungen und differenzierte Pufferzonen können dazu beitragen, negative Entwicklungen im Umfeld der Welterbegebiete zu begrenzen.
- Forschungsprojekte wie LIFE Prognoses liefern wichtige Grundlagen zur Erfassung alter Wälder, zur Entwicklung von Altwaldindikatoren und zur Bewertung ihrer Ökosystemleistungen.
06Peter Südbeck, Stiftung Nationale Naturlandschaften - Bedeutung für Biodiversitäts- und Klimaschutz; Blick aus dem „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“
Die Nationalen Naturlandschaften umfassen die Nationalparke, Biosphärenreservate, Wildnisgebiete und Naturparke in Deutschland. Insgesamt umfassen sie etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Als zumeist rechtlich verfestigte Gebiete mit eigenen Verwaltungsstellen sind sie ideale Orte, um Naturschutzinhalte umzusetzen. Seit 2009 gehört das Wattenmeer in die Liste des Weltnaturerbes. Der Vortrag beleuchtet den outstanding universal value und weist an einigen Beispielen aus, wie die Kommunikation zum Welterbe aufgebaut und integriert ist, welche Konsequenzen für Naturschutz, Information und Regionalentwicklung erkennbar sind und wie die Akzeptanz zum Weltnaturerbe Wattenmeer in der Region einzuordnen ist.
07Peter Meyer, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt - Das Weltnaturerbe Buchenwälder auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft
Das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ trägt wesentlich dazu bei, ein zentrales Naturerbe Europas zu erhalten. Im Kern der Buchenwaldverbreitung gelegen, bringt Deutschland seit 2011 fünf bedeutsame Gebiete in das Netzwerk ein. Nach einer lange Bewirtschaftungsgeschichte können sich die Wälder in diesen Naturerbe-Gebieten wieder natürlich entwickeln. Das bewusste Re-Wilding von Wäldern ist ein historisch einmaliger Prozess, dessen Ausgang insbesondere im Klimawandel unsicher ist. Bei keiner anderen Baumart unterscheiden sich zudem die Einschätzungen im Hinblick auf ihre Zukunftsperspektiven im Klimawandel so stark wie bei der Rotbuche. Dem UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder Europas kommt aufgrund des strengen Schutzes in Verbindung mit einer breiten Abdeckung verschiedener Naturräume eine wesentliche Bedeutung zu, um die Stabilität und Resilienz von Buchenwäldern im Klimawandel besser einschätzen zu können. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein belastbares und aussagekräftiges Monitoring, das wiederum die Grundlage für das adaptive Management von Buchenwäldern im Klimawandel innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten darstellt.
08Andreas Bolte, Thünen-Institut - „Vitalitätsschwäche Buche – Folgen für den Klima- und Naturschutz“:
Kernbotschaften Impuls-Vortrag Andreas Bolte „Vitalitätsschwäche Buche – Folgen für den Klima- und Naturschutz“:
- Die aktuelle Vitalitätsschwäche zeigt die Verwundbarkeit der Buche im Klimawandel an. Hauptfaktor ist dabei die mangelnde Verdunstungskontrolle und Hitzeempfindlichkeit der Blätter.
- Der Schutz alter, naturnaher Buchenwälder kann durch Einbindung von CO2 im Zuwachs zum Klimaschutz beitragen. Die Wirkung auf die Gesamtbilanzen ist allerdings begrenzt (1,5% der LULUCF-Ziellücke 2024, 0,2% der Gesamt-Emissionen Deutschlands 2024).
- Buchenwelterbe-Flächen: Bei zunehmender Extrem-Witterung im Klimawandel (Trockenheiten, Hitzeperioden > 40°C) könnte es zu einem Rückzug von buchendominierten Wäldern auf extrazonale Lagen (Schatthänge, feuchtere Tallagen) kommen, während bisherige Buchenstandorte stärker von trockenheits- und hitzetoleranteren Baumarten wie Eichen, Hainbuche, Lindenarten besiedelt werden.
09Zusammenfassung der Paneldiskussion

[Text folgt]
10Prof. Dr. Hannes Knapp - bebilderter Vortrag zu Buchenwäldern
Der Vortrag von Prof. Dr. Hans Dieter Knapp kann hier eingesehen werden. Alle Rechte liegen bei Prof. Knapp.
[Link folgt]
Fachexkursion in den Grumsin
01Zusammenfassung der Fachexkursion
Die Fachexkursion wurde in drei Kleingruppen durchgeführt:
- Gruppe 1 unter Leitung von Prof. Pierre Ibisch (HNEE, ECONICS INSTITUTE) und Andreas Schwuchow (Naturwacht Brandenburg) mit Unterstützung von Prof. Hannes Knapp;
- Gruppe 2 unter Leitung von Dr. Susanne Winter (Leitung Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin) und Frau Christina Winter (Naturwacht Brandenburg) und
- Gruppe 3 in Englischer Sprache unter Leitung von Dr. Benjamin Winter (Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin) mit späterer Unterstützung durch Frau Christina Winter (Naturwacht Brandenburg).
Die Gruppen umfassten jeweils 15-20 Personen. Die Gruppe startete am Info-Punkt Altkünkendorf und wanderte Richtung Osten bis zum Luisenhof und bog dann nach Süden Richtung Wald. Der Weg führte am Buckowsee entlang und bog am Hohlweg nach Norden an der Straße entlang zurück zur Kirche Altkünkendorf. Abseits der Wanderung konnte der Aussichtsturm und die Ausstellung in Altkünkendorf besichtigt werden. Die Exkursion endete mit einer Abschlussdiskussion in der Kirche.