Bundesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)
01.05.2026-30.04.2029
Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ)
Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)
Informationen
Brandenburg bietet als bedeutende Anbauregion für Freilandgemüse großes Potenzial – steht jedoch gleichzeitig vor besonderen Herausforderungen:
- sandige Böden mit geringer Wasser- und Nährstoffspeicherung
- zunehmende Trockenperioden und Klimawandel
- steigende Anforderungen an Umwelt- und Ressourcenschutz
- begrenzte Beratungskapazitäten für landwirtschaftliche Betriebe
Diese Bedingungen erfordern neue, praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Lösungen.
Ziel des Vorhabens ist es, innovative Verfahren des integrierten Pflanzenbaus unter realen Praxisbedingungen zu testen, weiterzuentwickeln und für landwirtschaftliche Betriebe nutzbar zu machen.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
- effizientere Nutzung von Nährstoffen und Wasser
- Reduktion von Umweltbelastungen und Emissionen
- Stärkung der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität
- Entwicklung klimaangepasster Anbausysteme
Die Modellregion Brandenburg dient dabei als Beispiel für viele Standorte mit ähnlichen Bedingungen – insbesondere im Osten Deutschlands.
Zentrale Handlungsfelder:
Das Projekt bündelt Maßnahmen in fünf zentralen Bereichen:
- Nährstoffmanagement optimieren
Durch digitale Tools wie das Modell „N-Expert“ wird der Düngebedarf präzise berechnet. So lassen sich Überdüngung vermeiden und Umweltbelastungen reduzieren. - Wassereffizienz steigern
Moderne Bewässerungssysteme, Sensorik und digitale Anwendungen helfen, Wasser gezielt und sparsam einzusetzen. - Unkrautmanagement weiterentwickeln
Mechanische Verfahren wie Hacken, Striegeln und innovative Robotiklösungen werden mit gezieltem Pflanzenschutz kombiniert. - Pflanzenschutz präzisieren
Technologien wie Spot-Spraying oder kameragestützte Systeme ermöglichen eine deutlich genauere Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. - Innovative Anbauverfahren integrieren
Ansätze aus dem ökologischen Landbau – etwa Mulchsysteme, Zwischenfrüchte, Strip-Till oder Mischkulturen – werden in bestehende Systeme integriert.
Praxis im Fokus: Demonstrationsbetriebe
Bis zu fünf landwirtschaftliche Betriebe in Brandenburg werden aktiv in das Projekt eingebunden. Sie repräsentieren unterschiedliche Betriebsgrößen und Bewirtschaftungsformen – von ökologisch bis integriert-konventionell.
Auf diesen Betrieben werden die Maßnahmen:
- unter realen Bedingungen umgesetzt
- wissenschaftlich begleitet und ausgewertet
- für andere Betriebe anschaulich demonstriert
So entsteht ein direkter Transfer von Forschung in die Praxis und von Betrieb zu Betrieb.
Wissenschaft trifft Praxis
Ein zentrales Element des Projekts ist die enge Verzahnung von Forschung und Anwendung:
- Das IGZ bringt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ein
- agrathaer sorgt für Koordination und Wissenstransfer
- Digitale Werkzeuge unterstützen Entscheidungsprozesse
- Ergebnisse werden systematisch ausgewertet und vergleichbar gemacht
- Wissenstransfer: Von der Praxis für die Praxis
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Austausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben:
- Praxiswerkstätten und Feldtage direkt auf den Betrieben
- Webinare und Online-Tutorials
- Fachartikel und Veranstaltungen
- aktive Vernetzung mit bestehenden Initiativen und Modellregionen
Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und innovative Verfahren breit in die Praxis zu bringen.
Perspektive
Mit dem Projekt leistet Brandenburg einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung eines ressourcenschonenden, klimaangepassten und wirtschaftlich tragfähigen Gemüsebaus.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen langfristig dazu beitragen,
- regionale Wertschöpfung zu stärken,
- Umwelt und Klima zu schützen und
- die Versorgung mit heimischem Gemüse zu sichern.